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Ich will Spaß -Die ultimative NDW-Show

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Gala Ettlingen

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My Fair Lady – Theater Plauen-Zwickau

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Anything Goes – Theater Osnabrück

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The Magic Night Of Dancing Musicals

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Mooshammer

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Ludwig – Der König kommt zurück – bigBOX Kempten

Lesen Sie hier die Presseberichte: Ludwig – Der König kommt zurück – bigBOX KemptenHimmelbett 2013

Alexander Kerbst

Interview von Franziska Maier

War für dich von Anfang an klar, dass du Musicaldarsteller werden möchtest oder hattest du ursprünglich einen ganz anderen Berufswunsch?
Es gibt eine Aufnahme von mir, als ich 10 Jahre alt war, da war ich in Japan mit dem Thomaner Chor Leipzig, diese Aufnahme machte meine japanische Brieffreundin von mir, mit der ich noch jahrelang Briefkontakt hatte, bis jetzt schreibe ich ihr noch ab und zu. Sie führte ein Interview mit mir, aber natürlich eher kindlich und da fragte sie mich auch, was ich später einmal beruflich machen wolle. Ich antwortete: Ich möchte Schauspieler werden! Mit 10 Jahren wollte ich das also schon werden! Viel früher wollte ich mal KFZ Mechaniker werden, Autoschlosser. Ich komme ja aus dem Osten und der Trabi meines Vaters ging so oft kaputt und da war es immer so ein großes Problem mit dem Auto zu fahren und in die Werkstatt zu kommen, außerdem war das sehr teuer, darum wollte ich selber diesen Beruf erlernen und alles selbst reparieren. Das verflog dann aber ziemlich schnell und der Beruf des Schauspielers rückte an diese Stelle. Und da ich stur bin, habe ich dieses Ziel auch gegen ganz viele Schwierigkeiten durchgedrückt. Ich wurde oft abgelehnt an der Schauspielschule. Im Osten wurden ja auch nur so viele Leute aufgenommen, wie Plätze da waren – Berlin oder Bautzen, das war die Frage. Dann habe ich es geschafft und nebenher absolvierte ich noch eine Chanson Ausbildung bei Jens Uwe Günther, er war Leiter der Schauspielschule in Dresden und mit ihm machte ich sehr viele Chansonprogramme. Da lernte ich, dass Musik super ist. Ich ging dann auch nach Berlin und spielte viele Operetten und Musicals, so „Hello Dolly“, „Der Zauberer von Oz“, „My fair lady“, „West side story“ und vieles mehr.
Stammst du aus einer Künstlerfamilie oder bist du der Erste, der in die künstlerische Richtung tendierte?
Überhaupt nicht, meine Vorfahren mütterlicherseits waren alles Pfarrer oder Geheimräte, aber als Pfarrer braucht man auch ein gewisses schauspielerisches Talent. Mein Vater hat Gitarre gespielt und wollte als Jugendlicher Reinhard May werden, das war sein Vorbild. Nach dem Krieg wurden dann Lehrer gesucht und so lernte er Hochschullehrer und arbeitete in diesem Beruf bis kurz vor der Wende. Er hatte jedenfalls den Traum, Sänger zu werden und komponierte auch eigene Songs – daher kommt das bei mir auch.
Haben dich deine Eltern auch gefördert?
Meine Eltern merkten, dass mein Wunsch sehr stark ist und so unterstützten sie mich.
Hast du auch eine Tanzausbildung genossen?
Nein, ich habe eine reine Schauspielausbildung, deswegen weiß ich auch schauspielerisch genau, wie es geht. Musik habe ich eben anfangs mit den Chansons gemacht und das dann weiterentwickelt. Ebenso mit dem Tanz. In Berlin hatten wir dann auch ein Ballett, bei den Proben war ich dann dabei und habe exzessiv an der Stange mitgemacht. Am Anfang haben sie noch gelächelt und irgendwann war ich dann integriert.
Bist selbst auch musicalbegeistert und schaust du dir aktuelle Stücke an?
In unserem Beruf ist es schwierig einmal einen freien Abend dafür zu finden. Aber wenn ich in Berlin bin, dann gehe ich ins Theater des Westens oder sehe mir auch Theaterstücke an. Das hat obere Priorität. Sehr gerne bin ich auch zu Volksbühnen gegangen, wo auch Stücke gespielt wurden, die völlig anders waren, völlig Avantgardistisches. Das hat mich sehr gereizt, da bekommt man auch immer neue Impulse. In meiner Freizeit sind auch diese Besuche immer sehr wichtig.
Kommen wir nun zu deinen Rollen und zum Alltag eines Musicaldarstellers. Erkläre doch bitte einmal, wie wir uns deinen Alltag vorstellen können.
Der Alltag ist natürlich von Proben geprägt, vor allem im letzten halben Jahr. Wenn du dann noch abends Vorstellung hast, dann kannst du nur noch ins Bett fallen. Unser Tag fängt meistens damit an, dass wir bis 10 oder halb 11 ausschlafen, das ist für uns relativ normal, dann wird in Ruhe gefrühstückt. Man besorgt Sachen oder bereitet etwas vor, jeder arbeitet an seinen Rollen. Ich muss auch immer wieder einige neue Rollen lernen, die Texte durchgehen – ich bereite Galas und neue Songs vor. Das Lernen hört nie auf, das ist kennzeichnend für unseren Beruf. Steffi (Anm. d. Red. Stefanie Kock, Alexanders Freundin) liest auch gerne sehr viel, sie kauft sich 2 Bücher in der Woche und verschlingt diese sofort. Sie liest gerne diese bösartige Frauenliteratur. Oder wir bekochen Freunde, die wir dann zu uns einladen. Eigentlich alles ganz normale Tätigkeiten. Und dann geht es nachmittags oder abends ins Theater.
Habt ihr euch auch mit den historischen Hintergründen, rund um Ludwig, auseinandergesetzt?
Ich kannte Ludwig nur vom Namen her und ich hatte keine Ahnung, was hier so passiert. Ich las diverse Bücher und Biographien, habe mich jedoch nicht so extrem auf Dürckheim vorbereitet, dass ich nur auf historische Fakten geachtet habe. Wichtig ist, was auf der Bühne passiert und was vorgeschrieben ist und wenn man das bedient, dann ist es gut. Da muss man nicht alle Hintergründe wissen. Letztendlich ist es egal, wie viel man selber über einen Bühnencharakter weiß, wichtig ist, dass man ihn glaubwürdig präsentiert und dass der Regisseur einem gute Anweisungen gibt. Das lernt man schon auf der Schauspielschule. Im Musical wird die Schauspielerei leider etwas nachlässig behandelt. Mein Steckenpferd ist eben die Schauspielerei und ich habe mich für kommendes Jahr auch beworben, dass ich die Abendregie übernehme. Das interessiert mich sowieso, ich habe auch schon diverse kleinere Produktionen betreut, nur noch keine Großproduktion, aber wir werden sehen…Es würde mich sehr reizen darauf zu achten, dass die Show schauspielerisch stimmt. Ich selbst würde schon noch als Darsteller agieren, nur nicht mehr so oft. Mein Angebot war eigentlich, dass ich Abendregie mache und immer hinten sitze und als Darsteller fast alle Männer schauspielerisch selber abdecke. Das würde von Gudden, über Kaspar, Rettenberg etc. gehen. Funktioniert aber nur, wenn ich die Show jeden Tag sehe. Ich bin momentan etwas unterfordert.
Welche Rolle spielst du am liebsten, von denen, die du momentan verkörperst?
Nun, das sind Schattenmann, Dürckheim und Kaiser Franz. Der Kaiser macht mir total viel Spaß, das sieht man evtl. auch. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen, was man aus einer stummen Rolle herausholen kann, ich glaube, das ist mir auch gelungen. Ich möchte halt mehr machen.
Schattenmann ist eigentlich auch eine Nebenrolle – man muss nur das Lied gut singen.
Ist es nicht schwierig, das ganze Stück lang nichts zu sagen und nicht zu singen und dann volle Power zu geben bei dem Gesangsstück?
Im Grunde ist es nicht schwierig, man könnte Schattenmann auch mit anderen Rollen kombinieren. Ich könnte meine ganzen Ensemblesachen weiterspielen und Schattenmann zusätzlich machen. Im Moment ist das aber anders aufgeteilt. Im nächsten Jahr müssen wir sehen, wie das geändert wird. Man könnte mehr Leute mehrfach besetzen mit Rollen im Stück, so hätte jeder mehr zu tun.
Du brauchst ein sehr gutes Gedächtnis, einerseits hast du alle Rollen des Musicals im Kopf, andererseits lernst du neue. Hast du so ein gutes Gedächtnis?
Das ist eine Übungssache, es ist wie mit allen anderen Sachen. Jeder hat ein bestimmtes Muster, wie er das Lernen vereinfacht. Ich lese einen Text, schreibe ihn ab, dann schreibe ich Zeile für Zeile den Text aus dem Kopf ab, kontrolliere wieder – das ist mein erster Schritt. Dann singe ich es mir auf Band und das höre ich mir 3 bis 4 Stunden am Tag an – dazwischen kann ich abwaschen und es geht ins Unterbewusstsein ein. Dann kommt auch ein Punkt, da lerne ich alles auf einmal, das ist am Anfang ein riesen Berg und man denkt, ich kann das erste noch nicht und nun bin ich schon beim nächsten Song – bis der Punkt kommt, wo man alles kann!
Kommen wir zu deiner anderen Rolle als „Falco“ – wie liefen denn die Auditions ab – sicherlich war es nicht einfach, dieses Rollenprofil zu erfüllen?
Ich habe damals am Theater des Westens das Stück „30-60-90“ gespielt, das war ein neues Musical 1998. Dann wurde gemunkelt, dass ein Falco Musical käme und alle Kollegen meinten, dass ich der Richtige dafür wäre. Darum bewarb ich mich auch, doch der Regisseur hatte damals schon den Axel Herrig im Kopf. Sie suchten aber noch einen zweiten. Jedoch sollte dieser auch im Ensemble mittanzen und wer das Stück kennt, der weiß, dass es sehr große Tanzszenen gibt, die nur etwas für Tänzer sind. So suchten sie noch einen anderen Falco aus, der dann im Ensemble mittanzte. Vom Typ her war er jedoch nicht so ideal besetzt. Dann hatten sie noch andere Zweitbesetzungen und ich spielte mittlerweile etwas anderes. Dann ging das Stück nach Oberhausen und ich bewarb mich aufs Neue, da hatte es dann auch nicht geklappt. Doch irgendwann riefen sie mich dann an, da alle anderen Darsteller nicht konnten. Sommer 2002 bin ich dann eingestiegen, das war am Wörthersee. Ich habe mir 4 mal die Show angeschaut und am 5. Tag bin ich dann selbst eingestiegen. Innerhalb von 5 1/2 Tagen habe ich die ganze Show gelernt. Axel wurde nämlich plötzlich krank und ich sollte gleich einspringen, ich war total geplättet. Ich sagte jedoch, dass ich die Show mache, nur das erste Lied, den „Kommissar“ bekomme ich nicht mehr rein, doch da haben sie ein Playback von mir gemacht und es eingespielt. Das hat man dann 2 bis 3 Shows so gemacht und dann konnte ich das Lied. Je öfter ich diese Rolle spielte, desto mehr habe ich mich hereingefunden. Jeder Darsteller muss einen langen Weg gehen, ehe er sich in eine Rolle perfekt einfindet. Man muss den Leuten auch einen Bonus geben und darauf warten, dass er sich entwickelt. Die Macher von Musicals sollten den Darstellern mehr Vertrauen entgegenbringen und nicht gleich sagen: Der passt nicht in eine Rolle – auf Wiedersehen! Bis man sich entwickelt, das ist ein Prozess. Ich bin auch jemand, der sich nach und nach steigert. Das ist immer so bei mir! Es gibt Leute, die steigen so toll ein und dann flacht es ab. Und bei mir ist es andersrum. Gerd Fischer (Anm. d. Red. Der Produzent) sagte zu mir neulich: Du bist der Einzige, der sich im Laufe der Zeit richtig entwickelt hat! Das fand ich toll. Natürlich entwickeln sich andere auch, doch in meinem Bereich, da habe ich eine Entwicklung durchgemacht. Auch Steffi hat sich sehr entwickelt. Sie ist ein Sopran, doch hat immer nur Belting gemacht. So fehlte ihr auch das Vertrauen, einmal klassisch zu singen. Doch als Sisi kann sie sogar noch weiter gehen, wenn sie an sich arbeitet. Auch als Engel machte sie einen tollen Prozess durch. Anfangs sprach sie sehr flach, mit einer Kinderstimme beinahe. Ein Engel spricht jedoch aus einer Ruhe hinaus, da muss man über dem König stehen und souverän sein. Man darf auch nicht zu hastig sprechen. Steffi kriegt ihre Souveränität! Marc entwickelte sich auch sehr gut. Er ist ein Bariton und manche Passagen von Ludwig sind recht hoch, doch er hat hart an sich gearbeitet und die Höhen kommen auf Anhieb. Er fand seine Technik und das ist genau das, was ich meinte!
Wo siehst du dich ganz persönlich: Im Opernbereich, Musical…
Ich bin Schauspieler! Nichts desto trotz arbeite ich an meiner Stimme. Musikalisch bin ich laut unserem musikalischen Leiter noch nicht so weit, dass ich z.B. den Ludwig spielen könnte. Bei den Proben kamen damals die Macher auf mich zu und meinten: Du wirst Cover Ludwig. Doch damals waren die Pläne schon gemacht, aber ich arbeite immer noch daran. Zwar werde ich nie extrem opernmäßig singen, doch warum kann es nicht mal einen Ludwig geben, der eben schauspielerisch perfekt ist und manche Töne halt nicht extrem lange hält? Leider wird momentan der Schwerpunkt mehr auf das Musikalische gelegt, aber wer weiß, auch André Eisermann ist ein tolles Beispiel dafür, dass der Gesang nicht im Vordergrund steht, er ist ein wunderbarer Schauspieler und verkörpert den Otto sehr gut.
Ich habe 4 Jahre lang Schauspiel gelernt und darum habe ich auch einen großen Einblick, was sich so auf der Bühne abspielt. Die Zuschauer merken schon genau, ob man als Darsteller auch sein schauspielerisches Handwerk beherrscht!
Möchtest du zukünftig auch einmal eine Solokarriere anstreben, z.B. eine CD aufnehmen?
Nein, diesen Ehrgeiz habe ich nicht. Mein Ehrgeiz ist, ab und zu noch auf der Bühne zu stehen und zu spielen. Da gibt es noch viele schöne Rollen, die ich zukünftig spielen kann, auch wenn ich älter bin. Meine Zukunft sehe ich aber darin, dass ich Regie mache. Ich orientiere mich da in verschiedene Richtungen. Da sehe ich mich in den nächsten 20 Jahren! Auch evtl. als Lehrer, aber nicht an einer Schauspielschule, sondern an einer Musicalschule!

 

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